Sonntag, 27. Januar 2013

Ein Hund ist ein Herz auf vier Pfoten.

 "Ich will den Himmel nicht betreten, wenn dieser Hund nicht mit mir kommt", sagte König Yudhistiras.
Indra, der Gott, sprach: "Heute noch wirst du Unsterblichkeit, Erlösung und unvergängliche Glückseligkeit gewinnen. Du begehst keine Sünde, wenn du diesen unreinen Hund zurückläßt."
"Nein", beharrte Yudhistiras, "nicht für alle Schätze des Himmels will ich diesen Hund im Stiche lassen, der meinen Schutz gesucht hat, mir treu ergeben war."







"Für mich ist das Tier das perfekteste, was der liebe Gott erschaffen hat. Bis heute habe ich nichts gefunden, was man daran als fehlerhaft bezeichnen könnte."

"Schau dir den Blick deines Hundes an: Kannst du immer noch behaupten, er hätte keine Seele?"


"Wenn sich im Paradies eine Menschenseele und eine Hundeseele begegnen, muß sich die Menschenseele vor der Hundeseele verneigen."

"Hunde haben alle guten Eigenschaften des Menschen, ohne gleichzeitig ihre Fehler zu besitzen."



~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Ich liebe sie. Meine drei besten Freunde.
Freunde? Nein.
Gefährten.
Partner.
Engel.
Schätze.
Seelen.












Was kann größer und unglaublicher sein als die Liebe eines Hundes?
Eine Liebe, die man sich eigentlich nie verdienen kann.


Man weiß erst dann was Liebe ist, wenn ein Hund einem auf dem steinigen Lebensweg begleitet hat.
So feinfühlig, so treu.
Wurde ich je von einem meiner Hunde verraten? Nein.
Egal wie es mir geht, sie fühlen immer mit mir.
Wenn ich traurig bin, schleichen sie langsam zu mir, setzen/legen sich zu mir, einer leckt mein Gesicht, der andere schmiegt sich an meine Seite, der dritte legt seinen Kopf auf meinen Schoß und schaut so verständnisvoll.

Gibt es einen größeren Trost als derart umsorgt zu werden?



Wenn ich glücklich bin, dann rennen sie mit mir. Springen, spielen, bellen, toben mit mir durch's ganze Haus und über die Felder.
Keine meiner Regungen bleibt ihnen verborgen.
Und dabei fühlen sie nicht nur mit, sie sind so klug. Verstehen die Welt wahrscheinlich besser als ich.

Sie lernen sogar mit mir für meine Prüfungen.
Ich wäre gnadenlos durch's Abitur gefallen, wenn Candy mir beim Lernen nicht Gesellschaft geleistet hätte und mich aufmerksam angeguckt hat und mir zugehört hätte bei meinem Lernmonolog.

Ich liebe sie so sehr und ich vermisse sie.
Hier in Berlin können sie nicht bei mir sein. Zu ihrem besten. Sie würden eingehen in dieser Stadt.
Aber jeden Tag vermisse ich sie, zähle die Stunden, bis ich wieder bei ihnen bin.

Es gibt keine größere und keine ehrlichere Liebe als die zu meinen Hunden.

Und jeder, der einen Hund schlägt, schlecht behandelt oder sonstwas, begeht eines der größten Verbrechen, die auf Erden begangen werden können.


 

Freitag, 25. Januar 2013

Ungelesener Dank.

Ich habe heute gekündigt. Wankelmütig war ich. Sehr sogar. Wegen dir.
Jetzt bedaure ich es nicht mehr, weil ich weiß, du wirst auch  nicht mehr kommen. Ich werde dich nicht mehr sehen.


Aber ich will Danke sagen.
Du weißt gar nicht, was du für mich getan hast.
Wie ein Engel bist du in mein Leben getreten und hast es hell gemacht.

Du warst mir am Anfang gruselig, ich dir wohl auch. Doch nach einem kurzen "beschnüffeln" mochten wir uns.

Jede Schicht mit dir war einzigartig. Warum ich gehadert habe zu kündigen? Ich wollte die Abende mit dir nicht missen.
Die tollen Dienste, die wir hatten. Soviel Spaß, lachen, Freude.

Wir haben den halben laden auseinandergenommen, aber keiner war uns böse, die Kunden fanden uns lustig.

Ich danke dir für soviel Lachen, für so schöne Arbeitstage.

Doch viel wichtiger ist das, was du mir nach all den Jahren wiedergegeben hast: Selbstvertrauen.

Ich glaubte es verloren und dann kamst du.
Ich war wieder dieses Mädchen, welches ich shcon so lange nicht mehr war. Nie gezeigt hab. Welches ich seit bestimmt 3 Jahren schon für komplett tot hielt.

Ich war die Kleine. Die quirlige und aufgedrehte "Maus".
Ich konnte einfach aufstehen und durch den Laden tanzen, ganz ungehemmt, dank dir.

Nach unseren Begegnungen nahmen meine Probleme in meiner Semestergruppe radikal ab. Weil ich wieder ich war, nicht mehr anti, nicht mehr böse, nicht mehr still. Sondern aufgeweckt, mutig und laut!
Und vor allem witzig. Meine Güte, ich habe wieder Humor! Ich lache wieder! Ich mache Witze!

Dank dir!

Jedesmal nach unseren Schichten konnte ich nicht schlafen, ich war viel zu aufgedreht und musste viel zu breit grinsen.

Weißt du noch, wie ich dich mit schmutzigen Aussagen scharf gemacht habe und du gehen musstest? Haha! :D

Die ganzen Abende an denen ich, nach Feierabend, mit dir noch ewig rumstand und erzählt hab.

Und wir hatten immer so Angst,d ass sie uns trennen. Weil wir Kollegen sind. Und nicht mehr als das sein durften.

Du bist schon irgendwie was ganz besonderes, trotz deiner beschissenen Ideologie und Einstellung.
Du hast mir sogar meine Angst vor dem Besteigen von Leitern genommen!

Was soll ich noch arbeiten gehen, wenn du nicht mehr da bist? Meine warme Sonne!

Natürlich, jaaaaa, ich verstehe mich - dank dir und meinem neuen Ego - mit allen Kollegen gut. Blödele und albere mit allen herum. Aber so ohne dich...? Nein, das geht nicht !

Du wirst das hier nicht lesen, wir werden uns wahrscheinlich nie mehr sehen, aber ich musste es irgendwie loswerden.

Ich hab dich so unendlich lieb, du bist ein großer Teil in meinem Herzen geworden!

Danke für alles, ich hoffe und bete sehr, dass ich all das von dir Gelernte nicht mehr vergessen werde, dass ich die Kraft habe auch ohne dich so zu bleiben wie ich bin.


<3

Dienstag, 22. Januar 2013

Der Kunde ist König.

Der Kunde ist der König...




des Humors!

Zum zweiten Mal in meinem Leben arbeite ich im Einzelhandel und kann einfach nur sagen:
Die erlebten Momente verlangen danach festgehalten zu werden!

Diverse Kunden haben einfach weder Scham, noch Peilung. Man erlebt Momente, die sicher von Hollywoods' Filmemachern geschrieben wurden.

Sehr zur Belustigung von uns armen unterbezahlten Angestellten.



~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Ich bin zum Aufräumen und "Waren-vorziehen" im Laden unterwegs.
Plötzlich kommt ein Kunde auf mich zu:

Kunde: Entschuldigen Sie, aber wo haben sie denn hier die Pfannen untergebracht?
Pflichtbewusst zeige ich ihm unsere Pfannenauswahl, die wirklich kunterbunt ist, große, kleine, grüne, rote, gelbe...

Kunde: Hmm.. haben sie keine Pfanne in einem helleren grün?
Ich: Nein, tut mir leid. Das ist alles was wir haben. Aber hier diese dunkelgrüne Pfanne sieht doch gut aus und die ist auch richtig toll beschichtet!
 Kunde: Nein, sie verstehen das nicht. Ich brauche eine ganz bestimmte Pfanne!
(Moment des Schweigens, fragender Blick meinerseits)
Kunde: Also... wissen sie.. meine Frau ist für ein paar Tage weggefahren und da wollte ich halt kochen... Naja, irgendwie hat das nicht geklappt. War alles angebrannt. Da hab ich die... naja... da hab ich die Pfanne halt einfach weggeworfen.
Aber morgen kommt meine Frau wieder und jetzt kam mir in den Sinn, dass ihr das gar nicht egfallen wird. Darum brauche ich dringend dieselbe Pfanne nochmal!
(Ich gebe zu, ich war schlichtweg sprachlos)


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Ich sitze gemütlich an der Kasse und erfreue mich meines Lebens.
Kundin kommt wutentbrannt, rot vor Zorn zur Kasse gerannt, schreit hysterisch rum:
Dieser Drecksladen hier! Ihr seid alles Verbrecher! Kundenverarsche ohne Ende! Ich will SOFORT Ihren Chef sprechen!!
Ich: Gerne rufe ich ihn aus, aber vielleicht kann ich Ihnen ja auch weiterhelfen...?
Kundin: Rufen Sie gefälligst Ihren Chef!!! Sofort!
Ich hake, mutig wie ich bin, nochmal nach: Aber was ist denn das Problem?
Kundin wutschnaubend: Hier! Auf diesen Backaromenfläschchen steht kein Haltbarkeitsdatumd rauf! Eine Sauerei ohnegleichen!!!
Ich: Oh hmm... das ist wirklich merkwürdig...
 Kundin: Ja! Alles was hier steht ist: MHD 01.14
Eine Sauerei sowas, man muss doch das Haltbarkeitsdatum angeben!
 (Ich sitze völlig verdattert  da, Kunden an der Schlange fangen schon an zu grinsen, und ich bin mir nicht sicher, ob ich hier denn gerade veralbert werde)

  ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Die besten Momente erlebt man in der Spätschicht (Öffnungszeit bis 24 Uhr)

Wieder sitze ich gelangweilt an der Kasse und warte sehnsüchtig auf meinen Feierabend. Kundschaft besteht nur noch aus dem berühmten "Partyvolk"

Junger Kunde, wunderbares "Ghetto"-Deutsch mit traumhaftem türkischen Akzent:
Ohh... beeby... deine Auge... deine Auge sind sooouuu schön! Ich möschte küssen deine Auge!

(Was ich mir irgendwie unangenehm vorstelle!)

Noch mehr Partyvolk:

Typen: Ey Beby! Komm mit uns feiern!
Ich: Leider muss ich noch ein Weilchen arbeiten.
Typen: Musst du nicht, wir haben gelauscht, wie du mit deinen Kollegen geredet hast! Du musst nur bis 22 Uhr hierbleiben! Also kommste dann mit uns mit!
(Gruselig!)
Ich: Oh das tut mir ja leid, ich hab leider schon was vor!
Typen: Oh beby! Zier dich doch nicht so! Komm mit uns geilen Kerlen mit, wir lassen die Sau mit dir raus *Augenbrauenwackler*
(War ich froh, als der Security-Mann plötzlich hinter mir stand)


    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Wieder sitze ich entspannt an der Kasse, bis ein älterer Herr kommt, der sich plötzlich beim kassieren zu mir runterbeugt:

Ich wollte nur mal sagen, sie haben wirklich schöne Haare! Gefällt mir gut!

Ich lache verlegen, bedanke mich artig. Plötzlich starrt der Mann mich mit einem Ausdruck des puren Entsetzens an, beugt sich erneut vor und tuschelt hastig:
Aber nicht, dass sie jetzt denken ich sei ein Perverser oder so! Weil sie so ein junges Ding sind und ich so'n alter Sack! So ist das natürlich nicht gemeint!

    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Ausnahmsweise bin ich mal wieder im Markt unterwegs, endlich Feierabend! Also los los los zur Umkleide! Bis plötzlich:

Kunde: Eyeyeyeyey du!!! Arbeitest du hier?!
(Derartige Fragen ignoriere ich eigentlich ganz gerne, da ich die standardisierte Arbeitskleidung trage, wie sie alle haben, auf der  riesengroß das Logo des Unternehmens prangt.Natürlich arbeite ich also NICHT hier!)
Ich: Hmmmmmm?!
 Kunde: Wo finde ich denn Malzbier?
Ich, wenig motiviert, weil schon längst Feierabend, deute wage zum Getränkegang: Im Getränkegang.
Kunde: Ahja... wo genau da?
Ich: Uff... ööööhm... müsste irgendwo auf der rechten Seite im Regal stehen, glaube ich. (Man kann ja auch nicht alles so ganz genau wissen)
Kunde, tätschelt mir den Arm und sagt so furchtbar gönnerhaft: Ach, ich frag noch mal wen anders... Aber keine Sorge, ich verpetze dich nicht, weil du's nicht weißt.
(Wie gnädig)

  ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Kundin tätigte ihren Einkauf, kommt zurück und nimmt sich noch eine Tüte.

Ich: Öhm... die müssen sie dann aber noch bezahlen!
Kundin: Ja, mach ich. ich wohne hier um die Ecke, ich geh nur eben nach hause und komme dann zum bezahlen später nochmal.
Ich: Äh... ich denke nicht. Ich darf sie leider nicht mit dieser Tüte gehen lassen, da die unbezahlt ist.
Kundin: Na gut, was macht das dann?
Ich: 15 cent.
Kundin: Ich zahle mit Karte!
Ich: Tut mir sehr leid, Kartenzahlung ist erst ab einem Wert von 0,50 € möglich.
Kundin: Waaaaas? Warum denn das? So eine scheiße! Dann ähm... können sie mir die vielleicht bezahlen?
(Jetzt gehts ja wohl los, es geht nicht um 15 cent, es geht ums Prinzip)
Ich: Verzeihung, ich darf leide rkein privates Geld mit in den Kassenbereich nehmen und kann Ihnen dementsprechend nicht helfen.
Kundin: Das können sie mir doch nicht erzählen! Ich seh doch, dass sie da ganz viel Geld in ihrer Kasse haben!

(Nach der Aussage wollte mein Kopf das Fließband treffen, Gott sei Dank erbarmte sich ein anderer Kunde und gab ihr 15 Cent.)

   ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

 Ich helfe gelegentlich mal beim Backshop aus. Es gab Berliner (Pfannkuchen) im Angebot.  Nur die gezuckerten waren runtergesetzt, die mit Glasur normal im Preis.

Kunde kauft einen gezuckerten Berliner, beisst noch während des Bezahlvorgangs rein und haut das ganze Ding mit 2 Bissen weg.
Nach 2 Minuten kommt er wieder und deute auf den Berliner mit Glasur:
Wieviel gramm genau wiegt denn der Berliner mit Glasur?

Ich: Öhm...... keine Ahnung...
Kunde: Wiegt der mehr als der gezuckerte?
Ich: Ähm.... keine Ahnung....? Vielleicht... wegen der Glasur oder so... 1 Gramm doer so?
Kunde: Aber genau sagen können Sie mir das nicht, oder? Ich will wissen wieviel Gramm genau. Wissen Sie, die gezuckerten Berliner sind mir hier immer zu leicht, ich liebe es wenn die schön schwer sind! Also... was meinen sie, wieviel Gramm genau mehr?
(Habe mich mit "Keine Ahnung" erfolgreich rausgeredet)

  ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Bilderbuchsituation!!!!

Kundin kauft beim Backshop ein Würstchen mit Brötchen, isst es auch gleich.
Dann kauft sie sich ein Stück Kuchen. Beisst ab, gibt den kuchen zurück, weil er ihr zu trocken sei.
Das nächste Stück wird gekauft, probiert, zurückgegeben.
So ging das weitere 3  Kuchenstücke, bis ich, Gott sei Dank, abgelöst wurde und zurück zu meinem eigentlichen Arbeitsbereich durfte.











Man mag es gar nicht glauben, aber es ist so. Sowas erlebt man. Tag für Tag.
Geil, oder? :D 

Dieser Bericht wird sicherlich noch erweitert. Immerhin darf ich am Donnerstag wieder bis 24 Uhr arbeiten. 


Samstag, 12. Januar 2013

Nobody's perfect but me! Oder auch: Die Leiden eines Perfektionisten.

Perfektionismus ist nichts Gutes.
Soviel dazu.

Und ich rede hier aus Erfahrung! Es ist ganz furchtbar, weil es einen kaputt machen kann.

Warum? Weil es irgendwie zeitintensiv ist.

Ich werde mir selbst nicht mehr gerecht. Ich will so viel und alles richtig und perfekt und zügig und makellos.

Perfektionismus auf allen Ebenen. Früher war ich nicht so, woher kommt das jetzt?

Ich will meinen 1,0er Notendurchschnitt weiterhin behalten. ich will in jedem Fach extrem gut sein. Ich will meinen Nebenjob perfekt machen, jeder Fehler wirft mich aus der Bahn.
Ich will weiter Rad fahren, trainieren gehen, schwimmen gehen.
Ich will mich extrem gut ernähren.
Ich will die Welt verändert (Tier-und Umweltschutz)
Ich will mein Praktikum rocken.
Ich will Zeit für meine Freunde haben.

Ich will mich noch mehr für den Tierschutz engagieren, aktiver werden. Gut, ich bin Mitglied in 2 Vereinen, spende, kläre auf etc. Aber ich will mehr! Ich will es GANZ. Ich will in Länder reisen, Streunerhelfen, Tiere befreien. Voll dabei sein.

Ich will mindestens 3mal die Woche meinem Sportpensum gerecht werden.
Ich will für jede Prüfung mindestens 3 Tage vorher lernen.
Ich will weiterhin meine Musikausbildung  vorantreiben.
Ich will mein Auslandssemester hinkriegen.
Ich will immer und überall die Beste sein. Arbeit, Schule, Leben.


Problem? Ich kann dem nicht mehr entsprechen. Es gibt Tage and enen ich überhaupt nichts esse, weil ich keine Zeit dafür finde.
ich bin so überarbeitet, dass ich ewig nicht schlafen kann, nur um dann morgens zu verschlafen.
Ich habe nicht einen einzigen freien Tag in der Woche, nicht eine Minute Ruhe für mich und werde meinen Ansprüchen dennoch nicht gerecht.

Es macht mich allmählich fertig. Physisch und psychisch. Ich bin launisch, maulig, verpennt, unkonzentriert... und mache dadurch immer mehr Fehler.

Physisch bin ich total im Eimer. Völlig kaputt. Mein Körper tut so weh. Meine Herzrhythmusstörung ist wieder da. Ausgelöst durch mich selber.


Es ist nicht richtig alles  perfekt machen zu wollen.
Ich habe so viele Ideale und Ziele. Ich kann mir mein eigenes Leben nicht mehr finanzieren, habe zeitweise kein Geld für Essen, weil ich mein mickriges Einkommen spende.

Ich wollte so gerne wieder in die Kirche gehen. Ich brauche das. Dringend. Und ich schaffe es nicht.

Wieder versagt. Ich versage dabei, mir selbst Stärke aus meinem Glauben zu ziehen.
Musik wollte ich auch wieder mehr machen, aber nein. Das Maximum was ich erreiche ist weiterhin Gitarre zu spielen. Trompete und Geige ruhen. Und die Klavierstunden? Soviel dazu.

Erbärmlich!

Ich habe soviele Ideale und Moralvorstellungen, ich kann sie beinahe nicht mehr alle selbst vertreten.

Die Zeit ist mein Feind. Und mein Körper, der soviel schwächer ist als mein Geist.


Wie bin ich eigentlich zu einem derartigen Weltverbesserer geworden? Ich lerne sogar einen sozialen Beruf! Früher wäre das undenkbar gewesen.
Früher wäre auch Perfektionismus nichts gewesen, was man mit mir assoziiert.



Ich rate alle dringend ab alles machen zu wollen und in allem perfekt sein zu wollen. Das geht schief.

Und obwohl ich diese Erkenntnis habe, lässt mich jeder Fehler an mir selbst verzweifeln.

Bei der Arbeit eine PLU-Nummer falsch eingetippt und innerlich einen halben Nervenzusammenbruch erlebt.
Mein Schnitt in Englisch ist nur 1,2 statt 1,0. Mit den Tränen gekämpft.
Einmal Fleisch gegessen. Ich hätte mich am liebsten ausgepeitscht.
Nicht zur Kirche gschafft. Verzweiflung.
Kekse statt Gemüse gegessen. Selbsthass.
Nicht für den Tierschutz auf der Straße stehen. Wieder Selbsthass und Verzweiflung.


Das kann es nicht mehr sein.


Wie kommt man da eigentlich wieder raus?

Montag, 7. Januar 2013

Ode an: Mr. Möhre



Von der Sonne fortgezogen, fernen Vögeln nachgeflogen,
in den Sinnen ausgewogen und den Körper vorgebogen,
rad´le ich als Pfeil im Wind, dessen Ziel die Wolken sind.

Sigrid Mayr-Gruber



Oh Mr. Möhre. Solange warst du mir treu.

Das Fahrrad meiner Träume. Wieviele ungezählte Kilometer haben wir zusammen überwunden.

Nimm's mir nicht übel, aber eine totale Schönheit warst du noch nie. Aber ich hab dich vor allen verteidigt.
Du hast schließlich Charakter.

Mit deinem Rost, dem Dreck, dem abgeblätterten Lack, den kaputten Pedalen... Du warst schon was besonderes. Und bist es. Noch.



Heute hattest du ein Wehwehchen.  Dein Vorderreifen war platt. Diesmal war es nicht ich, die das heilende Pflaster klebte, nein, ich hab dich zum Fahrraddoktor geschleppt. Und dort bekamen wir sie dann.
Die zerschmetternde Diagnose.

Wenn sich dein Zustand nicht schnell ändert, wirst du sterben.

Soviele Schäden an dir. Die Felge, Nabe, gesamtes Laufrad, Kurbel, Tretlager, Bremsen und und und...

Wieso habe ich nicht erkannt unter welchen Schmerzen du leiden musst?

Der Doktor meint, dass es bald vorbei ist mit dir. Deine Tage sind gezählt, es sei denn wir beginnen umgehend mit der Behandlung. Viele Operationen werden es sein.

Warum bist du auch nicht kankenversichert?

Und ich? Mir mangelt es an finanziellen Mitteln dich zu unterstützen, wir können uns das einfach nicht leisten.

Ich habe Ärzte gefunden, die dich kostenlos operieren würden. Aber sämtliche benötigten Materialien muss ich stellen. Aber wie? WIE?!


Ich hoffe, dass du durchhälst. Du darfst nicht sterben.


Durhc dick und dünn sind wir gefahren. Drückende Hitze und schlimmstes Schneechaos. Wir sind auch schon zusammen gefallen, immer waren wir uns treu.


Du bist das beste Fahrrad auf der Welt. Voller Charakter, voller Erfahrungen, leicht wie eine Feder, robust, stabil und schnell.

Und nun diese Diagnose.


Wir wollten dir doch noch neue Anziehsachen kaufen, 2 hübsche Mäntel für deine Räder. Jetzt müssen wir das lassen, wir sparen für deine Operationen.

Versprich mir solange durchzuhalten!

In meinem Leben wird es nie mehr ein Fahrrad wie dich geben.
Immer da. Immer zur Stelle. Schnell und verlässlich. Tragbar. Sicher.


Ach Mr. Möhre, ick lieben dir <3

Sonntag, 6. Januar 2013

Kein Schmerz ist größer, als sich der Zeit des Glückes zu erinnern, wenn man im Elend ist.

Wie wahr die Worte von Dante Alighieri doch sind.

Und eben dieser Schmerz ist es, der mich, zeitweise, umtreibt.

Ich leide nicht dauerhaft. Da ist kein Schmerz. Da ist nichts. Ein Hauch von Einsamkeit, ja, aber kein unerträgliches Elend.

Nur der Schmerz, wenn gute Erinnerungen aufkommen.

Und dieser schubartige andere Schmerz.


Wenn Erinnerungen aufkommen...

Alles in meinem Leben scheint so mit ihm behaftet zu sein. Seit 6 Monaten wohne ich in Berlin. Er war nur 2x hier. Aber an diesen beiden Malen waren wir an den Orten, an denen ich so oder so häufig bin. Die sich auch nicht meiden lassen.

Und in meinem Geiste ist er dann auch da. Hält meine Hand. Erzählt mir langweiligen Kletterkram oder hört mir völlig entnervt bei meinem Lebensmonolog zu.
Ja. Da ist dann Schmerz.


Unerklärliche Schübe...

Und dann ist da dieses andere Elend. Ganz plötzlich. Ohne Auslöser. Ein Angriff aus dem Hinterhalt, ein überwältigender Seelenschmerz, der mir für einige Sekunden die Luft raubt. Und dann?
Vergangen. Ohne Nachbeben und ohne Tränen.

Ich glaube, dass das die schlimmste Form von Schmerz sein muss. Dauerhafter Schmerz ist berechenbar, man lernt ihn kennen, akzeptiert ihn an seiner Seite.
Aber diese Schübe, die einen wie eine Windböe kurz umhauen um dann wieder sofort von Windstille abgelöst zu werden. Die sind nicht berechenbar.
Unerklärlich und intensiv.
Derartiges habe ich noch nicht erlebt.



Aber in der Gesamtheit, im Lebenslauf ist da nichts. Sollte ich nicht leiden? Schreien? Weinen? Vegetieren? Nach 2 1/2 Jahren Beziehung wäre das doch normal.

Aber wenn ich da in mich höre ist da nur diese Leere.
Ich fühle mich ein bisschen haltlos. Aber das wusste ich vorher, das war der Grund warum ich die Trennung hinausgezögert hatte, weil ich Angst habe/hatte auf eigenen Beinen zu stehen.


Es ist erträglich. Im Moment. Vielleicht kommt das große Beben noch?
Ich weiß es nicht. Wer weiß das schon.


Ich bin gespannt wie es weitergeht, gespannt was du da mit mir machen wirst mein Herz.
Wirst du mir neue Wege eröffnen? Wirst du dich eines anderen besinnen?


Ich warte sehnsüchtig auf das nächste Kapitel.

Freitag, 4. Januar 2013

Der Teufel liegt im Detail.

Es sind doch gerade diese Detailfragen die, obwohl von größter Bedeutung, gerne mal vernachlässigt werden.

Zumindest fällt mir dieses im Moment auf.

Eine Trennung. Auf Zeit. Abgesprochen so.
Ähnlich einer Pause.

Aber wie sind jetzt eigentlich die Rahmenbedingungen?
Kontakt? Ja? Nein?
Sich mit anderen Treffen? Wiedersehen?

Nichts ist geklärt. Wie ärgerlich.

Gerade wo ich schon seit längerem die Unart habe, alles perfekt durchstrukturiert und organisiert zu haben wollen.

Ungeordnetes oder Ungeklärtes macht mich schlichtweg irre.

(Was insofern seltsam ist, weil ich immer eine Chaotin war)



Nun hänge ich so unangenehm in der Luft, genau das wollte ich eben nicht!

Ich wollte, wenn überhaupt, einen klaren Break. Einen Schnitt.
Um mich endlich ganz abnabeln zu können, um ein neues Leben frei und ungebunden beginnen zu können, ohne das Altes mich zurückhält und einengt.

Habe ich das erreicht? Nö. Natürlich nicht.


Dies ist keine klare Trennung, nein, es ist eine Trennung auf Zeit voller Ungewissheiten.


Als Lösung aller meiner Sorgen würde ich dies nun wirklich nicht bezeichnen.

Stellt sich nur die Frage, wie es jetzt weitergeht und wo sich der kleine Teufel wirklich verborgen hält.

Donnerstag, 3. Januar 2013

Resümee einer Trennung

Trennungen sind selten schön.
Vielleicht noch für den, der sich trennt und danach erleichterter ist.
Aber wenn keiner von beiden danach zufrieden ist?
wenn man sich auf die merkwürdigste aller Arten trennt?

Dieses Erlebnis hatte ich heute, nach 2 1/2 Jahren Beziehung.

Einvernehmlich. Beschlossen wie ein Vertrag.

Stundenlang lagen wir uns weinend in den Armen nachdem wir uns dazu entschieden haben.
Geschäftlich. Trotz alle Tränen unemotional.

Standpunkte wurden ausgetauscht.

Vom emotionalen Aspekt her sind wir uns einig: Wir lieben uns.

Alle anderen Aspekte schrien förmlich: Trennung!

Und so ist es nun auch gekommen. Wir hoffen, dass uns das gut tut.

Das wird allerdings erst die Zeit zeigen.

Und alle Liebe, die die Zeit aus meinem Herzen geweht hat wie ein Sturm am Meer, all diese Liebe war mit einem Schlag wieder da als ich es aussprach "Dann war's das also."

Oh du dummes Herz!!!
Meldest dich monatelang nicht zu Wort, lässt meinen Kopf alles zerstören und dann, im entscheidenden furchtbaren Moment, meldest du dich?

Zwingst meinen Kopf mir diese Bilder zu zeigen.
Bilder aus vergangenen Tagen. Aus schönen Zeiten.

Diese Zeiten sind schon lange lange vorbei und doch waren sie auf einmal so nah. und dann weinte mein Herz ganz schrecklich.

Mein Kopf versteht das ganze ja eher nicht so. Jetzt hat er ja das was er wollte.

Hauptsache das dumme Herz manipuliert ihn nicht. Oder vielleicht doch?
Ich weiß nicht wie es besser wäre, ich weiß nicht was ich möchte.


Nun leiden wir beide unter der Trennung. Voller Tränen. Und die Massen, also meine Freunde, jubilieren über diesen Schritt.

Ich sollte dies wohl auch, aber dann laufen die Tränen über und ich frage mich, ob es wohl der Fehler meines Lebens war dieser Trennung zuzustimmen bzw. sie anzutreiben.



Ja Trennungen sind heikel.
Aber man überlebt sie.




Irgendwie.






Früher oder später.





















Auch wenn der Schmerz vielleicht nie vergeht.